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Posen © Matthias Costa

Posen


Ein Tag in Posen (7.9.2021)

Matthias Costa, DPE Reiseleiter, Berlin


Erst um 02:00 Uhr in der Nacht war der mehrtägige Lokführerstreik der GDL beendet worden. Würde unser Zug nach Posen (Poznań) überhaupt fahren? Ja, pünktlich um 05:43 Uhr setzte sich der Berlin-Warschau-Express in Richtung Posen (Poznań) in Bewegung. Dort wurden wir bereits von unserer polnischen Reiseleiterin, Frau Katarzyna Tymek, erwartet. Mit etwa 540.000 Einwohnern ist Posen (Poznań) die fünftgrößte und zugleich eine der wichtigsten Städte Polens. Bedingt durch die lange Geschichte hat sie sehr viele Sehenswürdigkeiten aufzu-weisen. Außerdem ist Posen (Poznań) auch eine Messe- und Industriestadt mit einem reichhaltigen und vielfältigem kulturellen Angebot. 2016 kandidierte sie für die Wahl zur Kulturhauptstadt Europas.Gleich zu Beginn unserer Besichtigungstour in Posen (Poznań) gab es neben Kaffee bzw. Tee für jeden Gast ein original Martinshörn-chen, ein traditionelles Posener Gebäck mit Weißmohnfüllung. Danach folgte ein informativer Spaziergang durch das sogenannte Kaiserviertel. Das ehemalige Schloss für den deutschen Kaiser Wilhelm II. war die zuletzt errichtete Residenz in Europa. Heute ist das Schloss ein Kulturzentrum für Ausstellungen, Kino, Theater und Konzerte. Im Anschluss an unseren Spaziergang fuhren wir mit einer historischen Straßenbahn durch die Posener Innenstadt und besichtigten dabei auch ein altes Straßenbahndepot. Nach der Straßenbahnrundfahrt gab es dann ein gutes und reichhaltiges Mittagessen im Restaurant "Wiejskie Jadło", das sich in der Nähe des Alten Marktes befindet. Gut gestärkt folgten wir unserer polnischen Reiseleiterin über den Alten Markt zur St. Stanislaus Pfarrkirche, einem beeindruckenden Barockbau, der ursprünglich als Jesuitenkirche errichtet wurde. Die reiche Ausschmückung im Innern der Kirche schafft ein eindrucks-volles, fast theatralisches Spiel von Licht und Schatten. Nach Be-sichtigung der Pfarrkirche gelangten wir zum Rathaus der Stadt Posen, in dem sich bis 1945 der Sitz der Stadtverwaltung befunden hatte. Das eindrucksvolle Renaissance-Gebäude ist ein Wahrzei-chen der Stadt. Jeden Tag um 12:00 Uhr ertönt von der Terrasse des Rathausturms das Posener Turmlied und am mittleren Türmchen der Attika erscheinen die berühmten Posener Böcklein, die mit ihren Hörnern gegeneinanderstoßen. Mit dem Rundgang über den Alten Markt endete dann auch das offizielle Besichtigungsprogramm und jeder Gast hatte noch ausreichend Zeit, die Stadt Posen (Poznań) auf eigene Faust zu erkunden.
Einen ganz besonderen Dank hat sich unsere polnische Reise-leiterin, Frau Katarzyna Tymek, verdient, die uns ihre Stadt mit unglaublich viel Engagement und Freude in nahezu perfektem Deutsch vorgestellt hat. Immer wieder ließ sie in ihre sachkundigen Erläuterungen kleine Geschichten und Episoden einfließen, die das Besichtigungsprogramm auf angenehme Weise auflockerten.
Auch mit dem Wetter hatten wir viel Glück, es war ein schöner Spätsommertag mit wenig Wolken, blauem Himmel und viel Sonnenschein. Um 19:05 Uhr brachte uns der Warschau-Berlin-Express zurück in die deutsche Hauptstadt. Hinter uns liegt ein ereignisreicher und gelungener Tag in einer interessanten und geschichtsträchtigen, gleichzeitig aber auch sehr lebendigen und modernen Stadt Polens!